Das Google AdWords Keyword Tool liefert nun zusätzlich zu Keywordvorschlägen detailierte Zahlen zu den Suchvolumina der einzelnen Keywords. In Kombination mit einem gelieferten CPC oder einem schon bekannten CPC lassen sich damit Prognosen für den Kanal Google AdWords ausgehend von dem Keywordpool erstellen - zumindest mit Blick auf die Kosten des möglichen Traffics.

Zusammen mit Google Trends (siehe MarketingLog-Beitrag) bietet Google damit eine hilfreiche Informationserweiterung an und sorgt so für eine Anbindung an die zur Verfügung gestellten Google-Tools. Gleichzeitig greift Google mit einem solchen kostenlosen Angebot Player wie comScore, Nielsen etc. an.

Und der Frage nach den Daten bzw. der validen Zahlenbasis muss wieder mit der Gegenfrage begegnet werden: Wer außer Google kann mehr Infos über die Suchanfragen bzw. die Keywords bei Google liefern? Sozusagen Infos aus erster Hand …

Wie kommt Ihr nun an die Infos?

Auf https://adwords.google.de/select/KeywordToolExternal oder über den eigenen AdWords-Account das Keyword Tool aufrufen. Sprach- und Ländereinstellung wählen.

Google AdWords Keyword Tool Laender Sprache

Im nächsten Schritt ein Keyword eingeben - als Beispiel nahm ich “online marketing”:

Google AdWords Keyword Tool online marketing

[Beim Klicken aufs Bild  gibt's die Ansicht groß]

Die Reihenfolge der Keywords ist nach dem Suchvolumen im Juni absteigend sortiert. Besonders praktisch ist der Blick auf den letzten Monat und die gleichzeitige Angabe des jährlichen Verlaufs auf Monatsbasis.

In der neuen Internet Worls Business 14/08 (7. Juli 2008) auf Seite 12 findet sich ein Artikel, der sich auf eine aktuelle Sudie des amerikanischen Suchmaschinenmarketing-Dienstleisters Adgooroo bezieht [schreibt man übrigens zweimal mit zwei oo].

Kurz und knapp: Das beste Kosten-Nutzen Verhältnis sei bei Google AdWords an Position sieben gegeben.

Solche allgemeinen Aussagen sind meiner Ansicht nach - trotz der zugrundeliegenden Studie -  doch stark zu hinterfragen, denn jeder Kunde und damit jeder Google AdWords Account muss spezifisch ausgesteuert werden, um mit dem zur Verfügung stehenden Budget das Maximum der Zielsetzung umsetzen zu können.

Genau dieses Steuern, das Aktiv-sein macht den Reiz beim Suchmaschinenmarketing aus. Es gibt Vorgaben, Ziele, die mit bestimmten Mitteln erreicht werden müssen. Unstrittig ist auch, dass neben der Position einer Adwords-Anzeige weitere Faktoren ihren Anteil am Erfolg oder Misserfolg einer Adwords-Kampagne haben. Hierzu mehr zu einem späteren Zeitpunkt.

An dieser Stelle möchte ich die Frage aufwerfen, ob und wie für die einzelnen Keywords ein Aufschlüsseln der Daten pro ausgelieferter Position bei Google Adwords möglich ist.

Ganz einfach: Google Analytics bietet das Feature Keyword Position an und dabei werden die KPIs (Key Performance Indicator) der Keyword-Ebene auf die jeweils stattgefundene Position der Auslieferung bzw. AdWords-Anzeige umgelegt.

Wo und wie findet Ihr das Feature?

Ihr müsst Google AdWords mit Eurem Analytics-Konto verknüpfen und dann in Analytics gehen.

Linke Seite - folgende Menüpunkte klicken:

Rechts erscheinen nun Keywords - ein Keyword wählen:

Google Analytics Keyword Position

Nun werden die Besuche der Seite über das Keywords entsprechend auf die einzelnen Positionen übertragen.

Top 1 - heißt in der SERP (Search Engine Result Page) über dem naürlichen Index bzw. Organic Listing an 1 und Seite 1 - rechte Spalte mit AdWords-Anzeigen an 1.

Folgende Daten können auf die jeweilige Position aufgeschlüsselt angezeigt werden:

Google Analytics Keyword Position Daten

Damit lässt sich nun die Position für ein einzelnes Keyword bewerten und ausgehend von den eizelnen Keywords wird dann die AdWords-Kampagne optimiert.

Die Frage ist nicht mehr “Ob” die personalisierten Suchergebnisse bei Google kommen, sondern “Wann” sie scharf geschaltet sind. Inzwischen zeichnet sich sogar ab, dass Google die Ads nicht nur nach dem vorhergehenden Suchbegriff auswählt und ausgibt, sondern einige Suchbegriffe zurückschaut, um die Ads anzupassen. Bisher wurde in AdWords diese Funktion nur im Fall zweier direkt aufeinander folgender Suchanfragen unterstützt. Das System legt dabei den Inhalt der vorherigen Suchanfrage anhand des Referrer Headers der aktuellen Suchergebnisseite fest. (Ein Referrer Header ist ein Teil der Webseiten-URL, welcher die zuletzt geladene Webseite angibt.) Weitere Infos hierzu siehe Google AdWords-Hilfe

Warum ist dies besonders erwähnenswert?

Das besondere ist die technologische Herausforderung. Wird nur der vorhergehende Suchbegriff berücksichtigt, dann ist kein Cookie erforderlich. Wird allerdings ein Suchbegriff berücksichtigt, der schon vor vier Suchanfragen bei Google eingegeben wurde, dannn muss mittels eines Cookies eine Identifikationsnummer gesetzt werden, um die Suchbegriffe zusammen mit der Nummer zu tracken. Damit kann Google diese mittels des Cookies bestimmten Daten nutzen, um Ads entsprechend des Suchenden zu personalisieren.

[Was ist ein Cookie? Ein Krümel, Keks, eine kleine Information / Textdatei, die von einem Web-Server beim Client/User (über den Browser) im Rechner/PC eingetragen wird, um diesen beispielsweise immer wieder klar identifizieren zu können]

Bis jetzt hatte Google dieses Verfahren nicht bejaht.

Jetzt allerdings bestätigte Google das Testen von Wegen und Möglichkeiten - mittels der Verwendung gesammelter Daten - Ads gezielter den Suchenden zuzuspielen.

Saul Hansell schrieb am 26. Juni in der New York Times einen sehr interessanten Artikel hierzu und schildert seine Nachfrage bei Google - bei einem Produktmanager mit dem Namen Nick Fox:

“Mr. Fox was quick to say that this sort of approach is different from what Yahoo, AOL and others call behavioral targeting. Those sites look at what a user did a few days ago in order to show them ads about the same topic today. Advertising on a search engine, Google believes, is most effective if it relates to what the user is more recently searching for.

“We are trying to understand what the user is trying to do right now,” Mr Fox said. “In some cases, those queries are ambiguous, so you need a little more context.”

Google’s previous system of looking at a user’s immediate past query helped, but sometimes not enough.

“It is probably not just the previous query that matters,” Mr. Fox explained. “You want to know if the user is still doing the same thing. You wouldn’t want to go back a month. You wouldn’t want to go back a day. But you may want to go back two or three queries.””

Grundsätzlich sind die Bestrebungen seitens Google nachvollziehbar und es ist sicherlich im Sinne der Suchenden, der User, wenn die Suchergebnisse nicht nur in Bezug auf den Suchbegriff, sondern auch mit Blick auf die Relevanz für den Suchenden selbst optimiert werden.

Ein schönes Beispiel ist aus dem Reisebereich zu finden:

Ein User sucht bei Google erst nach “Spanien” und dann nach “Reise”. Wird bei der zweiten Eingabe “Spanien” mit berücksichtigt, dann entspricht das dem zweiten Suchanfrage “Spanien Reise”.

Auf Grund simpler Logik ist die Wahrscheinlichkeit viel größer, dass der Suchende tatsächlich eine Spanien-Reise sucht.

Gibt der User aber bei Google “Ägypten”, “Griechenland”, “Italien”, “Spanien” und dann “Reise” ein, ist der Fall ein anderer. Dies bestätigt die Notwendigkeit der Berücksichtigung mehrerer vorangehender Suchanfragen.

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