Als ich gestern Google Trends nutzte, traute ich meinen Augen kaum. Heute las ich dann bei Spiegel Online die Reaktion von Google: Google entschuldigt sich für Hakenkreuz

Sicherlich hat das zu sehende Zeichen nicht nur den Hintergrund als Symbol des Nazi-Regimes verwendet worden zu sein und damit mit den unvorstellbaren Verbrechen in Zusammenhang gebracht zu werden, sondern speziell in Asien gibt es eben auch einen anderen Bedeutungshintergrund - z.B. in China ist das Zeichen bis heute als Symbol für Glück gebräuchlich.

In der Tat gehörten die Google-Suchergebnisse meist zu Seiten, die aus chinesischen Schriftzeichen bestehen.

Als Antwort auf die Frage “Warum denn in Hot Trends USA?” wird auf Blogs verwiesen …

Ich machte gestern morgen gleich einen Screenshot und von der Seite 5 der Suchergebnisse gleich noch einen. Wie ist denn diese Zeichenhäufung möglich gewesen?

Google Trends USA

Ein wirklich klasse Buch, auf das ich hinweisen möchte, ist Don’t make me think! - Web Usability: Das intuitive Web von Steve Krug.

Dieses Buch ist bereits ein Klassiker und zeichnet sich durch die souveräne Darstellung des Themas Usability aus. Neben der klaren Sprache, einprägsamen Beispielen und dem Fokus aufs Wesentliche macht das Lesen des Buches einfach nur Spaß.

Besonders erwähnenswert ist die Methode von Steve Krug, um neue Erkenntnisse zu gewinnen. Er stellt den Menschen ins Zentrum seiner Beobachtung und folgende Sätze haben sich mir ins Gedächtnis geprägt:

Während sich Konventionen ändern, gibt es doch eine Konstante, die sich nie ändert: die menschliche Natur. So radikal und unruhestiftend das Internet auch ist - es hat bisher keine merklichen Mutationen bei der Spezies Mensch hervorgerufen.

In anderen Worten heißt dies, dass einfach nur mit gesundem Menschenverstand - ohne Design- bzw. Usability-Studium, ohne langes Zitieren von Fachtermini und Theorien - ein ausreichendes Verständnis für die Art, wie der Mensch sieht, wie der Mensch denkt und wie der Mensch liest vorhanden sein kann, um damit Usability zu optimieren und eine Homepage intuitiv zu machen.

Mein Tipp: Buch besorgen, Rechner ausschalten und beim Lesen einfach mal abschalten.

Hm - irgendwie erinnert mich der Satz an Peter Lustig “Ihr seid ja immer noch da - abschalten” …. ;)

Back to the roots - es freut mich als Japanologen, wenn ich meine Japanisch-Kenntnisse auspacken kann und wieder einmal konkret mit Japan zu tun bekomme. Heute war zweimal dieser Moment gegeben. Ich hatte mit dem i-mode zu tun, dem von NTT Docomo in Japan entwickelten Dienst fürs Handy, und ich stellte bei der Optimierung einer internationalen Kampagne für einen Kunden fest, dass Google offensichtlich Japanisch kann.

Zum Thema i-mode: ich werde - sobald ich Zeit finde - eine i-mode Seite dieses Blogs auf Japanisch erstellen. Just for Fun und damit mein Japanisch nicht ganz einrostet.

Zum Thema “Google kann Japanisch”: - Wie komme ich darauf?

Bei der Analyse der von Google auf die eingebuchten Keywords gematchten Suchbegriffe stellte ich fest, dass ich ein englisches Wort in römischen Buchstaben eingebucht hatte (Einstellung: weitgehend passend / broad) und Google zu diesem Begriff die Entsprechung in Japanisch auf Katakana, einer Silbenschrift, die für Fremdworte genutzt wird, matcht. Olala - dachte ich mir, da werden doch tatsächlich Sprach- bzw. Zeichenbarrieren überwunden.

Nochmals ausführlich:

Ein Nutzer der Suchmaschine Google gibt Suchbegriffe ein und Google liefert Suchergebnisse auf diese Suchanfrage in Form von Anzeigen. Die bezahlten Anzeigen d.h. Google Adwords Anzeigen werden ausgeliefert bzw. angezeigt, wenn der Suchbegriff einem bei Google mit einem bestimmten Klickgebot hinterlegten Keyword entspricht.

Wie entspricht?

Ich kann hier bestimmte Einstellungen vornehmen - exact, phrase, broad d.h. von exakt bis zu weitgehend passend.

Meine Einstellung war broad / weitgehend passend und Google lieferte auf den Suchbegriff in Japanisch (in der japanischen Silbenschrift Katakana) die Anzeige aus, die zu dem entsprechenden englischen Keyword gehört.

Google hat damit im System eine korrekte Übersetzung vorgenommen.

Wieder ein neues Doodle4Google und diesmal ein - so finde ich - sehr schönes.

Anlass ist der Geburtstag von Marc Chagall, einer der großen Maler des 20. Jahrhunderts.

Google Doodle Marc Chagall

Besonders greifend ist die Äußerung von Pablo Picasso über seinen Künstler-Kollegen:

“Wenn Chagall malt, weiß man nicht, ob er dabei schläft oder wach ist. Irgendwo in seinem Kopf muss er einen Engel haben.”

Chagalls Kompositionen aus der Farbe heraus sind bewegend und obwohl er immer wieder seine künstlerische Einzelgängerposition hervorhob, zeigt er als Kind seiner Zeit Impulse der Fauvisten und Kubisten.

Langsam aber sicher entdecken die Marketing-Verantwortlichen eine bisher vernachlässigte Zielgruppe, die älteren Internetnutzer. Besonders deutlich wird dies im Wandel der Bezeichnung - vom “Silver Surfer” zum “Best Ager”.

Betrachtet man die demografischen Zahlen in Kombination mit der Kaufkraft, dann ist diese Entwicklung mehr als überfällig. Wer sein Online-Angebot nicht auch auf diese Zielgruppe ausrichtet, verschenkt deren Kaufkraft - und die ist enorm.

Grundsätzlich sind ältere Menschen (hier bezieht man sich meist auf die Generation 50plus) durch ein “gesundes Misstrauen” skeptisch eingestellt und wünschen sich übersichtliche Seiten mit klarer Sprache in Kombination mit einfacher Bedienbarkeit bzw. guter Usability. Ist jetzt sehr verallgemeinert, aber macht doch selbst den Test in Eurer Familie ;)

Das Medium Internet wird zu einem alltäglichen Gebrauchsmittel und dessen Angebot zwingt auch die Generation 50plus die Online-Hürde zu “überspringen” und ihren Nutzen bzw. Vorteil darin zu finden. Diese Entwicklung können die im Online-Marketing Aktiven nicht mehr wegdiskutieren.

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