Jun
15
Letzte Woche bin ich in der Süddeutschen Zeitung (Nr. 135 vom 12. Juni 2008) auf einen klasse Artikel gestoßen, der sich mit innovativer Produktentwicklung vor 1500 Jahren beschäftigt und wie folgt anfängt: - Zitat aus der Süddeutschen
“Von Unternehmen und Unternehmensberatungen wusste man vor 1500 Jahren in der nordamerikanischen Steppe nichts. Das Leben war eher praktisch ausgelegt. Als sich die Idee von Pfeil und Bogen verbreitete, gab es eben keinen Computer, der die Maße für den optimalen Pfeil berechnete. Stattdessen fertigten die Menschen auf der Suche danach etliche Varianten von Pfeilen und Pfeilspitzen an und probierten sie aus - an Bäumen und Bisons. Im Laufe der Zeit entwickelten sich so immer bessere Pfeile. “Systematische Qualitätssteigerung durch evolutionsbasierte Prozessoptimierung”, würden die Theoretiker von McKinsey und Co heute dazu sagen.”
A-B-Testings, Try and Error und weitere Begrifflichkeiten könnten hier noch angeführt werden, aber entscheidend ist dabei immer, dass die Folge zurückprojeziert wird auf die damit verlinkte Ursache.
“Fatale Folgen konnte es in dieser Zeit [Anm.: also vor 1500 Jahren] etwa bei Begegnungen mit wilden Tieren haben, wenn sich der Pfeil noch als - im modernen Vokabular ausgedückt - suboptimal herausstellte.”
Allerdings konnte damals die suboptimale Qualität einer Lösung doch schnell finalen Charakter annehmen und damit war sicherlich unter dem Aspekt der Risikominimierung ein “Never change a Running System” stets im Geist präsent. Aus diesem Grund waren Multivariate Testings sicherlich eine absolute Ausnahme ![]()
